NoG20

ein Facebook-eintrag

Wir sagen dazu:

War ja klar, dass nach den Ereignissen der letzten Woche die Wutbürger und Hater sich zu Wort melden mit dem Tenor: “Es muss in Deutschland aufgeräumt werden mit dem linken Zeckenpack.“ Nicht von ungefähr haben sich am Samstag Nazis im Schanzenviertel und in St.Pauli rumgetrieben um den dicken Max zu machen. Da heisst es gerade jetzt zusammenzustehen und sich gemeinsam zu wehren.. Unterstützt die Astra Stube Musikkultur e.V.und zeigt Ihnen, dass sie nicht alleine stehen. Gruß von der anderen Seite der Elbe, Honigfabrik

Wir denken, nach den Ereignissen der vergangenen Tage sollten sich alle Parteien, Beteiligte und Unbeteiligte, erst einmal hinsetzen und zur Ruhe kommen.
Es gab viele schreckliche Bilder und viel Gewalt.
Doch anstatt mit "Mistgabeln und Fackeln" den vermeintlichen Sündenbock durch die Schanze zu jagen, sollten wir jetzt mehr denn je zusammenrücken. Als Menschen sowie als Nachbarschaft.
Viel grösser als jeder Sachschaden der am Wochenende begangen wurde ist der Schaden der uns als Gesellschaft zu gefügt wurde.
Wir distanzieren uns klar und eindeutig von der sinnlosen Gewaltorgie, die unsere geliebte Schanze erfahren musste.
Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung und die polizeiliche Willkür vom Donnerstag legitimiert in keinster Weise die unpolitische, lebensgefährliche und beängstigende Welle der Zerstörung, die wir am Freitag miterlebt haben. Lebensmittel wurden sinnlos zerstört, während in anderen Teilen der Welt Menschen verhungern. Dabei wurde doch genau gegen diese Art der Ungerechtigkeit und Vermögensverteilung auf der Welt demonstriert.
Doch wir alle als Kollektiv, das die Astra Stube seit 2016 betreibt, sind schockiert und sprachlos, wenn wir solche Aushänge bei uns an der Tür finden. Das letzte Mal, als in Deutschland von Reinigung und Säuberung die Rede war und an Läden Schilder gehangen wurden, hat uns das in das dunkelste und abscheulichste Kapitel der Deutschen Geschichte gebracht.

NIE WIEDER KRIEG!
NIE WIEDER FASCHISMUS!
NIE WIEDER HUNGER!

Denkt mal drüber nach. #knowledgeispower

Bis dahin,
PEACE
Deine ASTRA STUBE

#g20 #nog20 #g20ham


Es gibt keine Alternative.

Es gibt keine Alternative. Am 7. und 8. Juli kommen Trump, Putin, Erdogan, Merkel und Kollegen auf einen Plausch nach Hamburg, begleitet von großflächigen Absperrungen und soviel Polizei, wie in eine Stadt hinein passt. Gipfel kippen, aber wohin? Und als ob das eine Möglichkeit wäre. Da geredet wird, ob wir es wollen oder nicht, laden wir unter einer anderen Prämisse ebenfalls zum Reden ein: There Is No Time, es gibt keine Zeit. Wir müssen reden, nämlich über die Gegenwart, wenn es eine Zukunft geben soll.

Während Großdemonstrationen und politische Kundgebungen das Stadtbild bestimmen werden, schaffen wir auf dem Archipel, einer schwimmenden Plattform, die in einem der Hamburger Kanäle anliegt, eine Bühne für Livegespräche, eine Sendezenrale, einen Knotenpunkt für diskursiven Austausch.

Weit weg vom Jahrmarkt der Hoffnungslosigkeit brechen wir die Themen des G20 neu an und fragen: was mag es sein, das sich die politischen Schausteller unter „Zukunftsfähigkeit verbessern“ oder „Verantwortung übernehmen“ vorstellen, unter „Frauen“ oder „Fluchtursachen bekämpfen“? Es reicht nicht, Frisuren und Persönlichkeitszüge etwaiger Staatsspitzen einer harten Kritik zu unterziehen. Hier allein gibt es zwar genug Defizite um die Zeilen etlicher Glossen zu füllen, dennoch gleitet es sich am Schmierfett der kosmetischen Aufbereitung entspannt an nicht so unwesentlichen Fragen vorbei.

Zum Beispiel: Warum Protektionismus und nationalstaatliche Souveranität rechts und links der Mitte wieder Herzflattern entfachen, während Weiter-So eher das Echo eines Nirgendwo ist? Wieso, wenn denn die Arbeit von der Technik verschluckt zu werden droht, die Nachricht nicht mit froherer Kunde überbracht wird: schließlich hiesse es mehr Zeit für Alle? Gibt es Griechenland noch? Die Eurozone? Wie lange dauert es noch, bis dieser irreversible Klimawandel endlich von kompetenten Fachkräften aufgehalten wird? Beginnt Depression erst beim Arztattest gesellschaftlich zu werden oder schon vorher?

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Wir übertragen die Liveübertragung.

Foto: Eva-Lena Fandree über Facebook
Foto: Eva-Lena Fandree über Facebook

There is no time - programmupdate


"Es läuft etwas gehörig falsch auf der Welt:

 

  • Kriege und bewaffnete Konflikte wie in Syrien, in Kurdistan, im Irak oder der Ukraine scheinen kein Ende zu nehmen. 1,8 Billionen Euro werden jährlich für Rüstung und Krieg ausgegeben. Gleichzeitig steigen die Rüstungsexporte.
  • Über 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die Grenzen Europas und Deutschlands sind wieder abgeschottet. Auf der Suche nach Sicherheit ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer, das zur tödlichsten Grenze der Welt geworden ist.
  • Rassismus und offener Hass nehmen in vielen Ländern der Welt zu – auch in Deutschland. Die Wahrheit ist kein Kriterium mehr, alles wird behauptet und herbei gelogen, wenn es nur Ängste und Vorurteile schürt. Die herrschende Politik gibt diesen Stimmungen nach und befeuert sie noch. Inzwischen werden Geflüchtete sogar in Kriegsgebiete wie nach Afghanistan abgeschoben.
  • Der menschengemachte Klimawandel ist eine unbestreitbare und bedrohliche Realität. Seine Auswirkungen sind schon heute spürbar und treffen vor allem diejenigen Menschen und Länder, die ihn am wenigsten verursacht haben. Dennoch passte die Bundesregierung ihren Klimaschutzplan den Interessen der Braunkohle-Industrie an. Im Weißen Haus sitzt mit Donald Trump sogar ein Präsident, der den Klimawandel für eine Lüge hält.
  • Die soziale Spaltung hat dramatische Ausmaße erreicht. Gerade einmal 8 Männer haben mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Diese Spaltung gibt es nicht nur im globalen Maßstab, sie durchzieht nahezu alle Gesellschaften, auch die deutsche. Millionen Menschen müssen sich mit Niedriglöhnen durchschlagen, haben keinerlei Aussicht auf eine existenzsichernde Rente, müssen um die wenigen bezahlbaren Wohnungen konkurrieren. Anstatt diese Probleme anzugehen, werden sie mit Freihandelsabkommen wie EPA, CETA, TISA oder TTIP noch verschärft.

Am 7. und 8. Juli wollen sich die politisch Verantwortlichen für dieses menschliche und soziale Desaster in Hamburg treffen. Auf ihrem jährlichen Gipfel reden die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten über „Bekämpfung von Fluchtursachen“, aber keines der großen Herkunftsländer sitzt am Tisch. Sie reden über „Partnerschaft mit Afrika“, aber es fehlt fast der gesamte Kontinent. Sie reden über den Klimawandel, vertreten aber die Interessen der Erdöl-, Kohle- und Autoindustrie. Sie reden über Frieden, sind aber selbst die größten kriegführenden und rüstungsproduzierenden Staaten.

 

Inmitten dieser illustren Gäste wollen sich Merkel und die Bundesregierung als Hort der Vernunft und des Ausgleichs präsentieren. Gleichzeitig machen sie die Grenzen der Festung Europa dicht, diktieren Griechenland und anderen Staaten eine neoliberale Verarmungspolitik und wirken weltweit an nicht legitimierten Regimewechseln mit. Deutschlands Rolle in den weltweiten Verteilungskämpfen um Märkte und Ressourcen soll ausgebaut werden. Dem dienen auch die zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die deutsche Regierung paktiert sogar mit Diktatoren wie Erdogan und unterstützt dessen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, um eigene Interessen in der Region zu verfolgen und damit die Türkei flüchtenden Menschen den Weg nach Europa versperrt.

 

Der G20-Gipfel wird Hamburg über Tage hinweg lahmlegen und die Stadt als Kulisse für ein inszeniertes Schauspiel der Macht missbrauchen, während die dort lebenden Menschen an den Rand gedrängt werden sollen. Aber dieser Plan wird nicht aufgehen. Mögen sich die Staatsgäste und ihre Delegationen in den Messehallen verbarrikadieren. Die Straßen werden den Menschen gehören, die den Gipfel nicht eingeladen haben. Unsere Kritik richtet sich nicht nur gegen einzelne Personen und Repräsentanten, sondern gegen die Verhältnisse und Strukturen, die diese hervorbringen. Wir werden unsere Ablehnung der kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus deutlich machen, wie sie von den G20 repräsentiert und organisiert wird. Wir werden unsere Solidarität mit all jenen zum Ausdruck bringen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufstände der Politik der G20 entgegentreten. Unser Verlangen nach einer Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität wird unüberhörbar sein."

 


Wir laden alle Menschen ein, die unsere Empörung und unsere Hoffnung teilen, mit uns gemeinsam am 8. Juli 2017 in Hamburg zu einer lauten, bunten und vielfältigen Demonstration auf die Straße zu gehen.


Alle Infos über Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen zum G20 Gipfel bekommt Ihr unter:


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